Monatsarchiv: August 2014

Tina – ein Weihnachtsgeschenk

Tschita mit Idi, Tina's Mutter im Jahr 1967

Tschita mit Idi, Tina’s Mutter im Jahr 1967

Alle Malaienbären sind spezielle Bären, aber einige sind eben spezieller. Weihnachtsgeschenk-speziell eben.

All sun bears are special, but some are more special. Christmaspresentspecial so to speak.

Seit Anfang der 70er Jahre lebten im Tierpark Berlin vier oder mehr Bärinnen und ein Bär zusammen; im Jahr 1988 bestand die Gruppe aus den Damen Idi, Balay, Battam und Dehli und dem Ende der 60er Jahre in Kambodscha geborene Krishnan, Nachfolger von Oskar.

Ever since the beginning of the 70s four or more female bears lived together with one male; in 1988 the group had shrunk to four females, Idi, Balay, Battam and Dehli and Krishnan, the young male from Cambodia and successor of Oskar. 

Tina mit Frodo

Tina mit Frodo

Krishnan war kein Kind von Traurigkeit und fand die Gesellschaft von diversen Damen ganz offensichtlich sehr anregend, weswegen er auch alle Weibchen ausgiebigst deckte. Es gab eine Menge Nachwuchs in dieser Zeit, die wenigsten Tiere überlebten und wenn ein Babybär die ersten Tage überlebte, dann in den Händen der Pfleger des Reviers Künstliche Aufzucht des Tierparks Berlin. Ja, so etwas gab es seinerzeit. Ein eigenes Revier, das nur den einen Job hatte, Tiere, die aus welchen Gründen auch immer nicht von ihren Müttern angenommen wurden, großziehen.

Krishnan certainly knew how to enjoy himself and with this entertaining group of females, he began to mate. A lot of infants were born these days but not very many survived. Those who did, had to be taken away from their mothers and sent to the nursery and hand rearing department in the Tierpark. Yes, they had a specific department in Berlin, whose sole job it was to raise whomever was rejected by their mothers by hand.

Tina mit Dara

Tina mit Dara

Djaka (1977), Djogy (1982), Maly (1983), Teddy (1984) und auch Maika (1983) wurden dort groß, da man sie neugeboren lebendig fand und den erwachsenen Bären wegnehmen konnte. Kein Wunder also, dass nach über 10 Jahren, diese Prozedur Standard wurde. Meist überlebten die Kinder, die über Tag geboren wurden, weil dann Aufpasser und Kitapersonal vor Ort waren.

Djaka (1977), Djogy (1982), Maly (1983), Teddy (1984) and Maika (1983) spend their first months there. No wonder this became standard procedure, it worked way better than anything else. Those infants who did survive were the ones being born during the day or in the wee early morning hours, because then keepers to save them and nannies to take care of them were around.

Tina mit Lailani

Tina mit Lailani

Um so überraschter waren die Bärenpfleger, als sie am Morgen nach Heiligabend 1988 zu Arbeit kamen und Bärenkindergeschrei in Idi’s Wurfhöhle hörten. Sofort schmierte ein Pfleger ein Marmeladenbrot um Idi von ihrem Kind abzulenken, aber so einfach war die Sache diesesmal nicht. Idi schnappte sich das Brot und noch bevor ein weiterer Pfleger den kleinen Bären mit einer langen Stange aus der Wurfhöhle angeln konnte, war Idi wieder bei ihrem Kind und schirmte es von der Stange ab. Marmeladenbrot um Marmeladenrot ging das so weiter. Irgendwann schnappte Idi sich ihren kleinen Bären und behielt ihn – unbeholfen wohl – einfach im Arm. Marmelade hin, Brot her, an das Kind war kein Herankommen.

Tina mit Lailani

Tina mit Lailani

So comes christmas morning 1988 and on arrival at work the keepers heard baby bear noises. One of the keepers went to prepare a jam sandwich, the other keeper went to fetch a pole. Jam sandwich to distract mother Idi and the pole to angle for the little bear. But not this time and not with Idi. She took the sandwich and real quick went back to her baby to shield it from the pole. This went on several times and not once did the keepers have a chance to get the baby. In the end, Idi took her little baby and held her – a little clumsy, but still – in her arms. The message was clear, not matter how much jam and sandwich, the baby would not be surrendered.

Lailani, dezent angeknabbert

Lailani, dezent angeknabbert

Es wurde ein Pflegerkriegsrat einberufen, samt Kuratoren und wer sonst noch alles wichtig war, und die Entscheidung war getroffen, den Versuch zu wagen und Idi ihr Kind zu lassen. Der Bärenwagen wurde verschlossen, die Fenster mit Pappe abgedunkelt und um Störungen zu vermeiden, die Käfigsäuberung durch leise Katzenwäsche ersetzt. Nur nicht die junge Mutter stören und alles immer schön auf leisen Sohlen!

In an virtual keeper &  curator powwow it was decided to take the risk and leave the baby to Idi – a first in decades. The bear waggon was closed off, windows covered and cleaning reduced to minimum reducing noise to zero levels. 

das ist sicher nicht Tina ;-)

das ist sicher nicht Tina 😉

Nicht dass sie sich stören ließ. Idi erwies sich als gute Mutter, die durch nichts aus der Ruhe zu bringen war. Die Pfleger konnten hören, dass das Neugeborene vom ersten Tag an ordentlich trank. Vertrauen hatte Idi bekommen, als man ihr das Kind ließ, Kontrolle war besser für das Gemüt der Pfleger.

Not that Idi cared much. She proved herself to be a good mother who was as relaxed as can be. The keepers could hear the baby drink properly and so it was down to trusting (but checking on her also) Idi with her infant.

Tina, dieses seit langen Jahren erste Malaienbärbaby, dass von der Mutter großgezogen wurde, und das erste, einzige und letzte der Fünfergruppe der 80er und 90er Jahre, hat viel mit ihrer Mutter gemeinsam. Sie ist leicht verfressen, durch nichts aus der Ruhe zu bringen und nach einigen Versuchen eine großartige Mutter.

peek a boo

peek a boo

Tina, the first sun bear baby raised by her mother since Battam in 1970 and the last for that matter for a very very long time, has a lot in common with her mother. She likes to eat and she is calm, cool and collected as was Idi. And finally she became a wonderful mother too.

Tina hat lange Jahre mächtig an ihren diversen Nachwüchsen herumgepflegt, teils so intensiv, dass man ihr die Kinder wegnehmen musste, aber dann, nach sechs Kindern (Betty, Bärbel, Johannes, Frodo, Matú und Dara) hat sie Lailani behalten und später auch Linh persönlich großgezogen.

Tina has been overly caring for her many children up to a point, were the young bears had to be taken away from her to be raised by the keepers. But then, after six babes (Betty, Bärbel, Johannes, Frodo, Matú und Dara) all was different. She was able to keep Lailani and three years later she kept Linh as well.

Da isse, Lailani :-)

Da isse, Lailani 🙂

Ich kann mich noch erinnern, als alle wussten, dass Tina ein neues Kind hatte, waren Kris und ich im Tierpark im Malaienhaus. Dara musste sich mit Bärbel abgeben und Johannes war draußen. Wir standen bei Tina vor dem Käfig und schauten ihr beim Futtern zu; wir dachten sie sei alleine und haben sie ein wenig bedauert, dass ihr Kind schon wieder nicht bei ihr bleiben konnte und wie schade das doch ist, und was weiß ich noch nicht alles.

I remember this all very well. One day in June, we all knew Tina had had a baby, and Kris and I went to go see the bears. Dara was with Bärbel and Johannes was outside. Tina was in her compartment eating. No baby was to be seen. So we thought, how sad, it happened again and the keepers had to take the baby. We were kind of sorry for Tina.

Als plötzlich aus einem hohlen Baum ein kleiner Bär spaziert kam. Lailani, klitzeklein, ein paar Monate alt, leicht angeknabbert, aber eben bei Mama Tina. Wir haben vor Begeisterung und Freude ein paar Tränchen verdrückt und lauter gruselige Eisenstangenbilder von Tina und Lailani gemacht. Dann sind die Pfleger gekommen und haben Lailani Blümchen mitgebracht. Oder vielleicht auch Tina. Man weiß es nicht, aber fröhlich waren alle, mitten im Juni!

Malaienbärin Linh im Tierpark Berlin

And then came something very little crawling out of a hollow tree trunk. Lailani, superminismall, slightly nibbled at but nonetheless with her mother Tina. We were so happy, we even cried a little. Finally, no more hand rearing! The keepers came in with little flowers, wether they were for Tina or Lailani, we did not know. But all was good and all were happy.

Erneut! Herzlichen Dank an die Pfleger aus dem Tierpark Berlin, dass sie diese Geschichten mit uns allen teilen!

Bumipol

Einer der klassischen Charakterbären war Bumipol aus dem Zoo Berlin. Bumipol war ein eher bräunlich-grauer Bär und nicht fast schwarz, wie die meisten Malaienbären, die man so in Zoos sieht.

Bumi was one of the classical character bears. He was a more brownish-grey-furred bear than the regular almost black sun bears, that are to be seen in zoos. Bumi was born and lived his whole life in Berlin.

Bumipol

Kris (von der auch fast alle hier zu sehenden Bilder sind) war lange Jahre Patin von Bumi und nicht zuletzt deswegen, war es uns immer wichtig, herauszufinden, wer und woher dieser Bumipol eigentlich war. Was nicht so einfach ist, da unterscheidet sich Bumi’s Historie nicht von seinen Artgenossen in europäischen Zoos, wenn man mal von der Bären im Tierpark absieht.

Kris (from whom are most of the pictures used in this article) was his godmother for years and that is one of the main reasons we always tried and find out who this bear and what his history was. Which is not easy and in this, sun bear history, Bumi is no other than sun bears in all other European zoos, with the grand exception of the Tierpark Berlin sun bears.

Malaienbären Maika und Bumipol im Zoo Berlin

Bumipol wurde am 26. Juli 1984 im Zoo Berlin geboren, Bumis Mutter hörte auf den Namen Speckfalte und sein Vater hatte den Namen Heinz. Bumipol ist der Stiefbruder der zwei Jahre älteren Kölner Malaienbären-Stammmutter Bärlein, deren Vater auch der Berliner Heinz war.

Bumipol was born in 1984 on July 26th. His mother was Speckfalte and his father was Heinz. Bumipol is the stepbrother of Bärlein, the matriarch of Cologne’s sun bears, whose father too was Heinz.

Bumipol

Im Jahr 1987 bekam der Zoo Berlin eine weibliche Bärin aus dem Metrozoo Miami, die dort laut AZA Zuchtbuch als ‚Männchen’ am 28. September 1985 geboren wurde , was ich persönlich nicht so ganz glauben kann, denn….

In 1987 a young female sun bear was send to Berlin from the Metrozoo Miami, who according to the AZA studbook was born a male, which I kind of do doubt, because…

Bumipol

Ich glaube, dass Bumi den neuen Bär, äh, die neue Bärin richtig gut gefunden haben muss und so wurde Bumi am 31.8.1993 das erste Mal Vater einer Tochter namens Motte. Motte wurde nur knapp 5 Jahre alt und starb Anfang 1998 in Berlin.

I believe that Bumi liked this ‚bearboy‘, ehem, girl very much, because it did not take them long after leaving childhood to in 1993, to become parents of a girl, named Motte, who sadly died rather young in 1998.

Ernst und Bumipol

Zu dem Zeitpunkt war zudem Bumi’s, nennen wir sie einfach mal, ‚Jugendliebe‘ aus Miami leider verstorben und Maika, aus dem Tierpark Berlin, sollte ab 1994 seine neue Flamme sein. Lange rumgefackelt hat Bumi nicht und so wurde am 30.08.1995 ihr erster Sohn geboren, der seit 1997 im Zoo Madrid wohnt.

When Motte died, Bumi’s, lets call her, ‚puppy love‘  had passed away already and Maika, originally from Tierpark Berlin, basically swept Bumi’s heart soon after arrival in 1994. So it did not take those two long before they welcomed a young bear boy, born in 1995, to the world. He lives in Spain, Madrid ever since 1997.

Malaienbärin Maika im Zoo Berlin

Im Jahr 2000, am 19. März, wurde ein Mädchen geboren, Josefine, die badende Malaienbärin, die heute in Münster wohnt und im Jahr 2006, am 7. November wurde ein Kerl geboren, Ernst, das schreckliche Kind, dass heute in Jihlava wohnt.

And on March 19th, 2000 Maika became mother to a babygirl, named Josefine, who lives in Münster today and in 2006 Bumi and Maika had another infant, Ernt, the rascal-kid, who lives on Jihlava these days.

Soweit ich das weiß, wurde Bumi erstmalig mit Frau und Kind Josefine vergesellschaftet, wenn auch eher unfreiwillig. Irgendein Schieber war wohl nicht ausreichend geschlossen und so konnte er sich zu Maika und Josefine durchschleichen und sie in Augenschein nehmen. Er hat Josefine laut Erzählungen der Berliner Pfleger einfach auf den Arm genommen und sich dies kleine Wesen mal genauer angeschaut. Maika hatte wohl nichts wesentliches dagegen, zumal Bumi Josefine schnell wieder zurück gab und so konnte die Familie zusammenbleiben.

For all I know Josefine was the first child, Bumi introduced himself too by sneaking through ‚moderately‘ closed cage doors. The keepers told stories about Bumi picking Josefine up, giving her a closer inspection and then hand her back to her mother Maika, who in return apparently did not mind Bumi around at all. So they were a family from then on.

Malaienbär Bumipol im Zoo Berlin

Bumi war ein freundlicher Bär, der so gut wie nie keinen Spaß verstand, ausser bei Rindfleisch, das er nicht nur gerne gegessen hat, sondern mit dem er sich zuerst einmal ordentlich den Kopf eingerieben hat; ob Maika das so toll fand hat sie nicht verraten, aber sie hat ihn weiter machen lassen.

Bumi was a friendly bear, who was always in for a good time unless boiling meat was in the vicinity, which he not only liked to eat, but rub his head in too. Whether Maika found that attractive or not, we do not know, but she sure tolerated this quirk.

Malaienbären Maika und Bumipol im Zoo Berlin

Bumi hat Josefine das Schwimmen beigebracht, erzählen die Berliner Pfleger. Selber habe ich das leider nie gesehen.

Bumi taught Josefine to swim in the moat, as keepers told. I sadly never saw them swimming together.

Mit Ernst, seinem vierten Kind, hat er viel gespielt und gerauft. Und er hat Ernst beigebracht, dass Männer keine Kokosnüsse knacken müssen, dafür hat man Frauen. Das ist eine Unart, die Ernst beibehalten hat, auch in Jihlava lässt er Aja seine Kokosnüsse knacken.

For Ernst Bumi had another lesson. Never to crack coconuts open yourself, that is what girls are for. To this day, Ernst expects Aja to crack coconuts for him.

Ernst, Maika und Bumi

Ernst, Maika und Bumi

 

Man hat Bumi am morgen des 16. Juli 2011 tot in seiner Anlage gefunden. Bumi was found dead in his enclosure on the morning of July 16th, 2011.

Selten ist mir der Tod eines Bären so nahe gegangen. Rarely the death of a particular bear has hit me harder than his.

Hier ist nun Deine Geschichte! Mach’s gut, Kumpel! So, to always remember, here is your story. Take care, pal!

Malaienbären in Münster

Die ersten Aufzeichnungen über  die Malaienbärenhaltung im Westfälischen zoologischen Garten zu Münster, die ich finden konnte, stammen aus der Jubiläumsschrift zu dessen 125-jährigen Geburtstag. So kamen um den Jahreswechsel 1933/1934 unter Führung von Zooinspektor Heinrich Goffart zwei Malaienbären in den Zoo.

The first reports I came across about sun bears in Münster are to be found in the 125-years anniversary edition, in there it says that two sun bears moved to Münster in 1933/1934.

Sue (17. Dezember 1979) mit ihrem Ziehvater Gerald Borges

Sue (17. Dezember 1979) mit ihrem Ziehvater Gerald Borges

Im Jahr 1973 erhielt der zoologische Garten in Münster erneut Malaienbären, drei Mädchen, Sichel, Palette und Angela und einen Kerl mit Namen Walter.  Im darauf folgende Jahr  zogen die vier Bären in den Allwetterzoo um und bekamen Gesellschaft von noch zwei weitere Mädchen namens Lätzchen und Mond.

Then, in 1973, three females bears and one male bear were send to the zoological garden in Münster. Sichel, Palette, Angela and Walter. The four bears moved into the newly built Allwetterzoo Münster one year later. There they got company, two more female bears moved in with them, Lätzchen and Mond.

Ich vermute, dass alle sechs Bären Wildfänge waren und somit ist zu ihrem tatsächlichen Geburtsdatum nichts bekannt. Und ich vermute darüber hinaus, dass die meisten Bären nicht sonderlich alt gewesen sein können, als sie in Münster ankamen, da beispielsweise Sichel mindestens 31-jährig bis Mitte 2004 lebte. Auch Palette lebte bis Mitte 2003 im Allwetterzoo.

Fräulein Sue aus Münster, Erstgeburt in Münster und Handaufzucht geboren im Jahr 1979

Fräulein Sue aus Münster, Erstgeburt in Münster und Handaufzucht geboren im Jahr 1979

I can only assume that all six bears were wild caught and although their actual age is unknown to me, I guess the majority were much rather young than mature bears. Sichel – for example – lived until 2004 in Münster (which would make her 31 yeas of age at least!) and Palette only died one year earlier in Münster.

Im Jahr 1979 wurde der erste Malaienbär im Allwetterzoo geboren, ein Mädchen mit Namen Sue, die von Obertierpfleger Gerald Borges mit der Hand aufgezogen wurde. Ihre Mutter war Sichel und ihr Vater war Walter. Man kann darüber spekulieren, ob Sichel vielleicht noch zu jung für ihr erstes Kind war?  Denn drei Jahre später wurde Sichel erneut Mutter der Bärin Mali und dieses Tier zog sie höchstpersönlich groß.

In 1979 the first ever sun bear was born in the Allwetterzoo Münster, a girl named Sue who was hand raise be head keeper Gerald Borges. Her mother was Sichel, the dad was Walter. One may actually speculate, if Sichel was a little to young to have her first offspring, because three years later, she gave birth to another girl, Mali, and this time she took good care of her and raised her daughter herself.

Mali, geboren am 04. April 1982 mit ihrer Mutter Sichel.

Mali, geboren am 04. April 1982 mit ihrer Mutter Sichel.

Mali war das bis dato letzte Jungtier, das in Münster aufgezogen wurde und nach Walters Tod im Jahr 1993, konnte die Zucht auch mit dem neuen Männchen Klaus, der 1986 im Metrozoo Miami geboren wurde, nicht weiter geführt werden.

Mali was the last sun bear born in Münster. Walter died in 1993 and the new male bear, Klaus who was born at Metrozoo in Miami did not breed with the resident females.

Lätzchen und Angela verließen Münster in den Achzigern, Lätzchen ging 1983 nach Krechting und Angela 1986 in den Ouwehands Dierenpark in Rehnen; somit war mit den beiden Jungtieren wieder der Bestand von 6 Bären im Allwetterzoo gegeben.

Lätzchen and Angela left Münster in the eighties, Angela went to the Ouwehands Dierenpark in Rhenen and Lätzchen was sent to Krechting. Once again, Münster was down to their original 6 sun bears.

Sue, der erste Malaienbärnachwuchs in Münster starb im Jahr 1994 und Mond, die im Jahr 1974 nach Münster kam, starb ein Jahr nach Sue.

Sue died in 1994 and Mond died only one year later.

Damit hatte der Allwetterzoo noch vier Malaienbären, Klaus, Sichel, Mali und Palette. Mali, nach dem Tod von Palette und Sichel die letzte der Malaienbären aus der 70er- und 80er-Generation starb im Dezember 2004.

So for the most of the nineties and the beginning if the 21st century Münster housed four sun bears. With the death of Palette in 2003 and Sichel and Mali in 2004, Münster was down with only Klaus from Miami.

Malaienbären Anlage im Allwetterzoo MünsterMalaienbären Anlage im Allwetterzoo Münster

Zum 01. Juni 2006 zog Josephine aus dem Berliner Zoo, die Tochter vom Bumipol und Maika, zu Klaus. Und 2009 bekamen die beiden Bären ihre Anlage umgebaut und verschönert. Ihre Freianlage wurde naturnah und sehr attraktiv umgestaltet: Statt Beton gibt es jetzt helle Steine und grüne Pflanzinseln, hohe Kletterbäume, mehrere Schattenplätze und viel Rindenmulch zum Wühlen. Die beiden verstehen sich großartig, leider ist von beiden kein Nachwuchs zu erwarten, da Klaus steril ist.

Raufen als Zeitvertreib (Klaus vorne)

Raufen als Zeitvertreib (Klaus vorne)

In June 2006 Josephine from the Zoo Berlin moved to Münster and she obviously took over Klaus by storm. In 2009 both bears were lucky enough to have their enclosure refurbished. Instead of stone and concrete floor, the outdoor enclosure is now dominated by green spots, climbing facilities and bark mulch to dig around. Sadly those two super harmonious bears will not produce offspring as it became apparent, that Klaus is sterile.

Ziemlich beste Freunde (Josi hinten)

Ziemlich beste Freunde (Josi hinten)

Ihre innige Freundschaft scheint auch der Grund zu sein, warum man die beiden Bären zusammen lässt und nicht einen zeugungsfähigen Mann für Josephine nach Münster bringt. Denn dass Josephine Kinder kriegen kann, ist sicher. Sie war in Berlin in recht jungen Jahren einmal tragend, hat aber das Kind nicht angenommen.

Their friendship seems to be the reason, that Münster keeps the bears together and not introduces Josephine to a breeding male. Because – as she has shown in Berlin – Josephine did give birth once but did not keep the newborn.

Quellen:

  • Von Landois zum Allwetterzoo
  • ‚Fecal steroid analysis for monitoring reproduction in the sun bear (Helarctos malayanus
  • http://www.zoofan.de/allwetterzoo/presse/malaienbaerklausistnichtmehrallein.html

Herr Adam

Adam im Arm von Tschita

Adam im Arm von Tschita

Eigentlich würde es diesen Beitrag nicht geben, wenn nicht, ja wenn nicht folgendes in einem Artikel des Zoos Basel „Zolli“ gestanden hätte: Am 15.06.1978 gegen Mittag konnten wir in der Außenanlage eine 35minütige Paarung verfolgen zwischen dem 18jährigen Männchen Tieu aus Berlin und dem 20jährigen Weibchen Mutz, das als Jungtier importiert worden war.

This article would have never been written, had it not been for the following sentence in Basel Zoo magazine „Zolli“: ´On June 15th, 1978 around midday we witnessed a 35-minute long mating of 18 year old male Tieu from Berlin and 20 year old female Mutz, that was imported as an infant.‘ 

Kleine Prügelei mit Mutti!

Kleine Prügelei mit Mutti!

Daraufhin habe ich fix in der Übersicht der Tierpark-Malaienbären nachgeguckt, ob 1960 gegebenenfalls ein männlicher Bär geboren wurde. Leider nein, aber am 30.08.1961 wurde im Tierpark ein Malaienbär geboren, der im Jahr 1969 nach Basel umgezogen war, der aber– nach Adam (pun intended) Riese – 17 und nicht 18 Jahre alt war. Konnte es also sein, dass der Zoo Basel einen männlichen Bär aus dem Tierpark und zusätzlich gleichzeitig einen ein Jahr älteren männlichen Bär aus dem Zoo Berlin bekommen haben könnte? Ganz ehrlich? – Nicht in 10 kalten Wintern!

Adam und Tschita

Adam und Tschita

So, I checked  the sun bear overview that the keepers of the Tierpark Berlin provided if a sun bear was born in the Tierpark in 1960. There wasn’t, but I found a male sun bear, born 30.08.1961, that moved to Basel in 1969, who was according to Cocker, 17 and not 18 years old. Could it realistically be, that Basel received two young male sun bears, one from the Tierpark and one from the Zoo? Seriously? Not in a gazillion years!

Also…. konnte Adam der Vater von Anak sein?

Could it be, that Adam was the father of Anak then?

Spingsen :-)

Spingsen 🙂

Im Mai dieses Jahres war ich im Zoo von Saint Martin-La-Plaine. Zum einen lebt dort ein Gorilla, Likalé, den ich aus Arnheim kenne und zum anderen hat der Zoo Malaienbären. Also habe ich zwei Tage in St. Martin-La-Plaine verbracht und vor allem die weibliche Malaienbärin hat mich fasziniert, weil sie blaue Augen hat. Von Siew Te Wong weiß ich, dass Malaienbären eine ähnliche Varianz in ihren Augenfarben haben, wie Menschen, aber ich hatte noch nie einen blauäugigen Malaien persönlich gesehen.

In May of 2014 I was lucky to be able to visit the Zoo of St. Martin-La-Plaine, to go see the gorilla Likalé and because they have sun bears – off course. I spent two days in this great zoo and met ipoh, a blue eyed sun bear. From Siew Te Wong I have learned that the variation of eye color with sun bears is as divers as with humans, still, I had never seen one personally.

Adam diskutiert mit Mutti

Adam diskutiert mit Mutti

Ich hatte nun das Glück, dass ich bei meinem Besuch den Tierarzt Jean-Christophe Gerard traf, der mir einige Dinge über die Malaienbären in St. Martin La Plaine erzählen konnte, beispielsweise Ipohs (so heißt die blauäugige Bärin) Alter.

I was even more luckier to get the chance to talk to the zoos vet Jean-Christophe Gerard who told me about the sun bear history in St.-Martin-La-Plaine; for example Ipoh’s age. 

Ich durchforste seit Jahren das Internet nach Malaienbären und irgendwann stolperte ich wohl über die Namen der Eltern von Ipoh, Bali und Biruang. Das stand auf einem meiner unzähligen Schmierzettel mit dem Beisatz: SMLP. Ich kann nicht mal mehr genau sagen, woher ich die Namen hatte, vermutlich aus einem französischen Forum. Über Ipohs Vater ist mir nichts bekannt, ich vermute er ist ein Wildfang, aber über Ipohs Mutter war mehr zu erfahren, nämlich dass sie 1984 Basel geboren wurde.

Adam geht schon mal vor :-)

Adam geht schon mal vor 🙂

I am virtually sifting through the internet in search of information on sun bears in zoos for years now and at some point I must have stumbled upon the names of Ipoh’s parents, Bali and Biruang. I found that on one of my numerous pieces of paper, but I can’t even remember, where I found it, my notes just say SMLP. I kind of guess it must have been information that i found in a forum, french most likely. I do not know anything about Biruang and I assume he is a wild catch. but I was able to find Ipoh’s mother. She was born in Basel in 1984.

Also… Konnte Adam der Vater von Ipoh‘s Mutter Bali sein??

Again, could it be that Adam is Ipoh’s mother Bali’s dad too?? 

Und überhaupt…. ist Tieu überhaupt Adam? Adam mit der Zuchtbuchnummer 37? Die Antwort ist: Ja. So der Zoo Basel.

And anyhow, is Tieu Adam? Tierpark Berlin Adam with the Tierpark number 37?? The answer is yes, as per Zoo Basel info.

Evi und Adam ;-)

Evi und Adam 😉

Also: Adam, die erste natürliche Aufzucht eines Malaienbären in Deutschland ist in Basel mehrfacher Vater geworden. Von Anak, der ersten in der Schweiz geborenen Malaienbärin und von Bali, der 1984 zweiten in der Schweiz geborenen Bärin, die nach Frankreich ausgewandert ist und dort Mutter wurde.

 So, apparently Adam, the first ever parent raised sun bear in Germany has sired offspring in Basel not once, but repeatedly. He is the dad of Anak, the first ever Swiss born sun bear and Bali, the second Swiss born sun bear in 1984, who then was transfered to France.

Mutz, Anak‘s Mutter Mutz ist 1983 in Basel verstorben, somit wird Bali wohl das Kind aus einer Vater-Tochter-Verbindung sein. Vermute ich mal. Und – das sollte niemanden wundern – Bali war offensichtlich eine Handaufzucht denn nicht ganz ein halbes Jahr später gab es Anak‘s nächstes Kind in Basel zu begrüßen, Balis Bruder Hitam. Der letzte Malaienbärennachwuchs in Basel.

Ipoh mit den blauen Augen

Ipoh mit den blauen Augen

Now, here is the catch; Mutz, Anak’s mother died in 1983 and this leads me to believe that Bali is the result of a father-daughter relation – and – she must have been hand reared, because half a year later another sun bear was born to Anak, Hitam, Bali’s brother. The last ever in basel born sun bear, for all I know.

Adam ist 1988 in Basel verstorben.

Adam died in basel in 1988.

Quellen:

  • Bäreneltern wider Willen, Elisabeth und Heinrich Dathe
  • Zolli 42, 05/1979
  • Fecal steroid analysis for monitoring reproduction in the sun bear (Helarctos malayanus)